Beatrice Andreotti
Culture

Italienische Kochregeln, die du unbedingt kennen solltest

Wenn du Italiener bist, weißt du bereits: Es gibt heilige Kochregeln. Keine Ananas auf der Pizza, niemals die Spaghetti zerbrechen, Cappuccino nach 14 Uhr ist tabu. Wer sie bricht, riskiert quasi seinen italienischen Pass, und nein, ich übertreibe nicht. Manche Regeln ergeben absolut Sinn, andere eher weniger, aber alle scheinen in Stein gemeißelt zu sein.

Schon als Kind lernt man sehr konkrete Gewohnheiten – echte ungeschriebene Regeln, die strikt befolgt werden müssen. Oft wissen wir nicht einmal, warum sie existieren: Wir nehmen es als selbstverständlich hin, dass Käse nicht auf Fisch gehört, und sind schockiert, wenn jemand es doch tut.

Warum Italiener so besessen von Essen sind

Aber warum diese Kochobsession? Italiener hängen sehr an kulinarischer Tradition, und ein großer Teil unseres Nationalstolzes gründet auf Essen. Jede Region hat ihre eigenen Gerichte und Gewohnheiten, aber was alle eint, ist eine gute Pizza und ein perfektes Tiramisu. Essen ist der soziale Klebstoff: Wir reden nicht über das Wetter, wir reden über Essen. Wir lernen Rezepte von unseren Großmüttern, machen Pasta von Hand für besondere Anlässe und verbringen Sonntage am Tisch, Gang für Gang, und unterhalten uns über alles, was in der Woche passiert ist.

Als ich in Texas war, habe ich eine andere Welt entdeckt: schnelle Mahlzeiten, oft im Stehen, an der Theke oder im Drive-in. In Italien hingegen ist das Abendessen ein Moment des Teilens; alle sollen zu Hause sein, oft später als in anderen Ländern, aber immer mit der ganzen Familie. Und natürlich sind wir stolz darauf, dass unsere Küche weltweit geschätzt wird.

Italienische Kochregeln

Wenn du also unter Italienern überleben willst, ohne missbilligende Blicke zu kassieren, hier die wichtigsten Regeln – so erklärt, dass sie wirklich Sinn machen:

  • Spaghetti nicht zerbrechen: Lass sie lang; nur so lässt sich die Sauce perfekt aufnehmen und das Chaos auf dem Teller vermeiden.

  • Kein Mischen von Fleisch und Fisch: Die Aromen sind zu unterschiedlich und könnten sich beißen. Bei festlichen Anlässen wird manchmal ein Sorbet zwischen den Gängen serviert, um den Gaumen zu „reinigen".

  • Nie Käse auf Fisch: Er überdeckt den feinen Geschmack und zerstört die Balance des Gerichts. Niemals, niemals, niemals.

  • Cappuccino nach 14 Uhr? Nein: Ist ein Frühstücksgetränk, dazu passt ein Gebäck. Heiße Milch verlangsamt die Verdauung und kann schwer im Magen liegen.

  • Kaffee nach 17 Uhr? Lieber nicht: Die Moka verzeiht nichts – du bleibst die ganze Nacht wach.

  • Nur Olivenöl verwenden (außer beim Frittieren): Es verstärkt den Geschmack und ist gesund.

  • Pasta al dente: Die richtige Konsistenz macht den Unterschied.

  • Wasser vor dem Hinzufügen der Pasta zum Kochen bringen: Garantiert gleichmäßiges Garen.

  • Salz erst ins kochende Wasser geben: Beschleunigt das Kochen und macht die Pasta perfekt.

  • Etwas Nudelwasser in die Sauce (keine Sahne!): Bindet die Sauce und macht sie cremig, ohne schwer zu werden.

  • Risotto und Pasta sind keine Beilagen: Sie werden als Hauptgericht serviert.

  • Ketchup auf Pasta? Nie: Sieht vielleicht wie Tomate aus, ist aber ein kulinarisches Verbrechen – letztlich nur eine verarbeitete, zuckerhaltige Sauce.

Die Meinung einer Italienerin – und ihre Widersprüche

Aber hier ist die Wahrheit einer Italienerin mit Auslandserfahrung: Jede Küche hat ihre eigenen Gerichte und Traditionen, die sich unabhängig von den Regeln der Großmutter entwickelt haben. Geschmack ist persönlich und wird von klein auf geprägt: Was für mich zu scharf ist, mag für jemand anderen langweilig und fade sein.

Nach einem Jahr in Texas mit einer mexikanischen Familie habe ich gelernt, Nachos in scharfer Sauce zu lieben – etwas, das ich vorher für undenkbar gehalten hätte. Selbst die strenge Regel, Fleisch und Fisch nicht zu mischen, fällt, sobald ich einen dampfenden Teller Paella Mixta Valenciana sehe.

Außerdem trinke ich, wenn niemand hinschaut, nach dem Mittagessen Kaffee mit Milch, weil er süßer ist, und ich gebe immer, immer Grana-Käse auf Thunfisch-Pasta. Kleine „Skandale" für einen echten Italiener, aber unglaublich befriedigend. Neue Essgewohnheiten entdecken, nicht urteilen und etwas anderes probieren, tut gut – Gaumen und Geist.

Die Moral der Geschichte: Wir können alles essen und genießen, was wir gewohnt sind, ohne Schuldgefühle. Die italienischen Regeln sind eine Orientierung, aber die Welt zu erkunden zeigt dir, dass Geschmack flexibler ist, als man denkt.

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